DIN 1356-1 Schraffurdarstellungen von Baumaterialien
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Aktueller Status
DIN 1356-1 (Grundregeln der Darstellung):
Die alte Fassung (DIN 1356-1:1995-02) wurde durch die Neuausgabe DIN 1356-1:2024-04 ersetzt.
Die Norm wurde damit an moderne CAD-Anforderungen angepasst und harmonisiert. Sie regelt unter anderem Linienarten, Bemaßungen sowie erstmals auch die farbliche Kennzeichnung von Materialien.
DIN 1356-6 (Bauaufnahmezeichnungen):
Diese Norm aus dem Jahr 2006 (DIN 1356-6:2006-05) regelt die Darstellung von Bestands- und Aufmaßplänen und ist unverändert aktiv und gültig.
Wichtige Neuerungen der aktuellen Fassung:
- Farbige Darstellungen: Pläne müssen nicht mehr rein schwarz-weiß sein; farbige Schraffuren zur besseren Übersicht sind nun offiziell geregelt.
- Internationale Anpassung: Die Inhalte wurden so weit wie möglich an die weltweiten Standards der Normenreihe DIN EN ISO 128 angepasst.
- Digitale Planung: Die Regeln decken moderne CAD- und BIM-Workflows besser ab als die über 25 Jahre alte Vorgängerversion.
Standard-Schraffuren nach DIN 1356-1
Mauerwerk (Ziegel/Klinker): Parallele, gleichmäßig dünne Schräglinien im 45°-Winkel.
Beton (unbewehrt): Eine Kombination aus unregelmäßigen Punkten und kleinen Dreiecken, die Kies darstellen.
Stahlbeton: Die gleiche Punkt-Dreieck-Struktur wie Beton, jedoch zusätzlich mit diagonalen, parallelen Schräglinien (45°) überlagert.
Holz (Querschnitt/Hirnholz): Konzentrische Kreise oder Ellipsen, welche die Jahresringe eines Baumstammes symbolisieren, oft kombiniert mit radialen Rissen.
Holz (Längsschnitt): Geschwungene, wellige Linien, die den natürlichen Verlauf der Holzmaserung nachbilden.
Wärmedämmung (weich): Eine fortlaufende Mäander- oder Schlaufenlinie (oft auch als „Wellenlinie“ oder „Dämmstoff-Zopf“ bezeichnet).
Wärmedämmung (hart/Hartschaum): Ein regelmäßiges Kreuzschraffur-Muster (45° nach links und rechts gekreuzt).
Erdreich (gewachsen): Dreiergruppen aus kurzen, parallelen Linien (horizontal und vertikal abwechselnd), die an eine Grasnarbe oder Erdschichten erinnern.
Kies/Sand: Eine reine, unregelmäßige Punktierung (fein für Sand, gröber mit kleinen Kreisen für Kies).
Wichtige Zeichenregeln für die Praxis
Linienbreite: Schraffuren werden immer mit der schmalsten Linienbreite gezeichnet (in der Regel 0,13 mm oder 0,18 mm bei CAD-Plänen), damit sie die Bauteilkonturen nicht überlagern.
Neuerungen durch die aktuelle Fassung: Seit der Neufassung der DIN 1356-1 ist es offiziell erlaubt und erwünscht, Baustoffe in digitalen Plänen durch Farbflächen zu ergänzen oder zu ersetzen (z. B. Rot für Mauerwerk, Grau für Beton), solange eine eindeutige Legende auf dem Plan vorhanden ist.
Maßstabsabhängigkeit: In groben Maßstäben (z. B. 1:200 oder 1:500) werden Wände meist komplett schwarz oder grau ausgefüllt. Die detaillierten Schraffuren kommen erst ab dem Maßstab 1:100 bis hin zum Detailmaßstab 1:1 zum Einsatz.
Standard AutoCAD-Muster für Baustoffe
Mauerwerk (Ziegel): ANSI31
Beschreibung: Klassische 45°-Schräglinien.

Unbewehrter Beton: AR-CONC
Beschreibung: Punkte und kleine Dreiecke (Kies).

Stahlbeton: ANSI31 überlagert mit AR-CONC
Praxis-Tipp: In AutoCAD legt man hierfür zwei Schraffuren exakt übereinander. Alternativ nutzen viele Büros das Muster ANSI32 (Doppellinien) als vereinfachtes Symbol für Stahlbeton.

Holz (Hirnholz / Querschnitt): AR-WOOD
Beschreibung: Simuliert die konzentrischen Jahresringe.
Holz (Längsschnitt): WOOD
Beschreibung: Simuliert den welligen Verlauf der Holzmaserung.
Wärmedämmung (Hartschaum): ANSI37
Beschreibung: Kreuzschraffur im 45°-Winkel.

Sand / Estrich: AR-SAND
Beschreibung: Feine, gleichmäßige Punktierung.

Kies / Schotter: AR-B816 oder GRAVEL
Beschreibung: Gröbere Kieselsteine und Konturen.

Gewachsenes Erdreich: EARTH
Beschreibung: Typische Dreiergruppen aus horizontalen und vertikalen Linien.

Wichtige Einstellungen im AutoCAD-Eigenschaftsfenster
Skalierung (Schraffurmaßstab): Die Muster mit dem Präfix AR- (Architectural) sind von Autodesk bereits maßstabsgetreu vorkonstruiert. Sie müssen den Schraffurmaßstab (HPSCALE) im Eigenschaftsfenster exakt an Ihren Zeichnungsmaßstab (z. B. 1:100 oder 1:50) anpassen, da die Punkte oder Dreiecke sonst entweder unsichtbar klein oder riesig sind.
Layer und Farbe: Legen Sie Schraffuren immer auf einen separaten Layer (z. B. ARCH-SCHRAFFUR). Weisen Sie dem Layer eine feine Linienstärke von 0.13 mm oder 0.18 mm zu.
Moderne Alternative (Solid): Nach der neuesten Fassung der DIN 1356-1 können Sie auch das Muster SOLID nutzen. Stellen Sie die Farbe auf eine dezente, transparente oder hellgraue True-Color-Farbe ein, um Pläne digital lesbarer zu machen.
Farben für Baumaterialien nach DIN 1356-1
SOLID in AutoCAD), um Pläne lesbarer zu machen. Gängige Industriestandards orientieren sich an folgenden Grundfarben: Mauerwerk (Klassisch/Ziegel): Rot (oft leicht transparent)
Kalksandstein (KS): Blau oder Cyan
Porenbeton (z.B. Ytong): Grün oder Hellgrün
Beton/Stahlbeton: Grau (oft kombiniert mit der klassischen Linien-Schraffur)
Dämmstoffe (weich/hart): Gelb oder Orange (je nach Bürostandard)
Holz: Braun oder Ocker



